Definition: Bruttoinlandsprodukt 


Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen.

 

Bruttoinlandsprodukt - BIP

 

Werden vom Bruttoinlandsprodukt die Abschreibungen abgezogen, ergibt sich das Nettoinlandsprodukt (NIP). 

Die Veränderungsrate des realen BIP dient als Messgröße für das Wirtschaftswachstum der Volkswirtschaften (pro Kopf: Luxemburg 105 0000 $, Zentralafrikanische Republik 677 $).

 

dunkel = hohes BPI, hell = niedriges BPI 

 

Nominales vs. reales BIP:


a) Nominales BIP:

Das nominale BIP gibt als Berechnungsgröße die Summe der inländischen Wertschöpfung zu aktuellen Marktpreisen an.

Dadurch ist das nominale Bruttoinlandsprodukt unmittelbar an den Preisindex der Volkswirtschaft, den sie berechnet gekoppelt.

Dies führt bei einer Inflationsrate von 4% und gleichbleibender Güterproduktion zu einem Anstieg des BIP um 4%. Bei einer Deflation würde das BIP bei gleich bleibender Güterproduktion fallen.  

 

b) Reales BIP:

Um eine von Preisveränderungen unabhängige Messgröße zu erhalten, verwendet man das reale BIP. Hier erfolgt der Vergleich der BIP-Zahlen zu einem Basisjahr (in Deutschland 2005).

Dadurch ist es möglich, das Bruttoinlandsprodukt unabhängig von Preisveränderungen (Inflation oder Deflation) zu konstanten Preisen zu bewerten. 

Um das reale BIP zu erhalten wird das nominale BIP durch den Preisindex dividiert. 

Formel: 

BIP real = BIP nomial 
               Preisindex 

 

BIP pro Kopf:


Eine wichtige Kennzahl ist die Berechnung des BIP pro Kopf (Einwohner). 

Damit können unterschiedlich große Wirtschaftsräume miteinander verglichen werden. 

Hier wird das reale BIP durch die Einwohnerzahl eines Landes dividiert. 

 

Formel:

BIP pro Kopf = BIP real                  
                        Einwohnerzahl


Vergleicht man das kaufbereinigte BPI weltweit pro Kopf, so sieht man, die große Spanne zwischen dem 1. und letzten Platz.

Katar mit eine BIP pro Kopf von 124.529 $ steht der Zentralafrikanischen Republik mit einem BIP von lediglich von 677 $ pro Kopf gegenüber. 

 

Berechnung:


Hinsichtlich der Berechnung unterscheiden wir zwei Methoden:

a) Berechnung nach der Entstehung: 

Hier wird das Bruttosozialprodukt mittels der Produktion berechnet.

Produktionswert 

- Vorleistungen                                        

= Bruttowertschöpfung 

+ Gütersteuern abzüglich Subventionen 

= Bruttoinlandsprodukt

 

b) Berechnung nach der Verwendung:

Hier erfolgt die Berechnung anhand der Nachfrageseite

Private Konsumausgaben

+ Konsumausgaben des Staates

+ Bruttoinvestitionen 

+ Außenbetrag (Exporte - Importe)     

= Bruttoinlandsprodukt

 

Probleme bei der Berechnung:


Folgende Probleme ergeben sich beim BIP hinsichtlich seiner Aussagekraft: 

a) Die Schattenwirtschaft (Schwarzarbeit) eines Landes wird nicht erfasst 

b) Unbezahlte Tätigkeiten, die auf Tausch oder ehrenamtliche Tätigkeit beruhen, werden nicht berücksichtigt. 

c) Die Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung) wird nicht eingerechnet - diese spielt gerade in den Entwicklungsländer ein große Rolle.

d) Steuermodelle verzerren das BIP. In Irland versteuern viele internationale Unternehmen aufgrund der niedrigen Steuern Einnahmen von ganz Europa.

e) Lohnabhängige Grenzgänger wie z.B. in Luxemburg mit einem Anteil an der Erwerbsquote von 43,2% verzerren die Bilanz. 

 

Tests:


Bruttoinlandsprodukt (BIP) Berechnung Test 

Bruttoinlandsprodukt pro Kopf Test

 

Übungsblätter:


Bruttoinlandsprodukt (BIP) Übungsblatt 1

Bruttoinlandsprodukt (BIP) Übungsblatt 2